Critical Mass Mobile

Linke Spalte

Die Stadtentwicklung in Berlin schreitet rasant voran, oftmals müssen angestammte Räume neuer Nutzung weichen. Oft trifft es dabei die Räume der Kunst- und Kulturproduktion, die sich aufgrund der geschichtlichen Entwicklung und vielerorts einer aktiven Zwischennutzung günstigen Raum zur Entfaltung bewahren konnten. Wie das Beispiel des ehemaligen Stattbad Wedding (inzwischen abgerissen) und weiterer bedrohter Atelierräume in der Gerichtstraße zeigt ist der Produktionsraum für Kusnt und Kultur auch weiterhin bedroht. Die Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (A(b)BA) setzt sich daher mit verschiedenen öffentlichen Aktionen dafür ein, das Augenmerk auf den Erhalt der Produktionsräume zu richten und aktiv zu unterstützen.

Der Zusammenschluss der bedrohten Atelierhäuser wurde 2014 ins Leben gerufen. Vier traditionelle Atelierstandorte mit 150 Künstlern wurden von privaten Eigentümern gekündigt, zahlreiche andere Standorte sind in ihrer Existenz bedroht. INzwischen sind mehr als 8 Atelierhäuser, mit ca. 500 Künstlern, überwiegend aus dem Bereich Bildende Kunst zusammengeschlossen, um gemeinsam den Ateliernotstand in Berlin zu bekämpfen. Die Hälfte der 2014 bedrohten Atelierhäsuer sind inzwischen geschlossen. AbBA fordert Politik und Verwaltung zum Handeln auf. Denn der Kunststandort Berlin droht von der privaten und öffentliche Immobilienwirtschaft weggespült zu werden.

Im Lichte der neuesten Entwicklungen des Verkaufs der Uferhallen und vor dem Hintergrund der parallel laufenden Eventisierung unserer Städte möchte die Allianz (bedrohter) Berliner Atelierhäuser (A(b)BA) in Zusammenarbeit mit dem ZK/U Künstler*innen und solidarische Teilnehmer*innen einladen auf die Raumnot kultureller Infrastruktur im Norden Berlins aufmerksam zu machen. Daher wurde eine gemeinsame Aktion ins Leben gerufen und ein Demo-Konvoi zum Besuch verschiedenrer Produktionsstätten in den Ortsteilen Moabit und Weddingn initiiert. Dabei wird eine populäre touristische Infrastruktur gemeinsam umgenutzt: Eine tragbare Prozessionsbude wird zum Sightseeing Bus und führt die Besucher und Akteure zu den verschiedenen Produtkionsstätten. Ziel sind fünf Nordberliner Kulturorte an denen die stadtpolitischen Errungenschaften präsentiert werden. Dem Besucher wird ein Einblick in die Geschichte und erreichten Erfolge der verschiendenen bestehenden oder zerstörten Kulturorte gegeben. Der Konvoi klingt dann zum Abschluss mit einer Perfomance und einem feierlichen Ausklang an den Uferhallen aus. 

Die Aktion ist Auftakt eines fortlaufenden Workshopformats über alternative Träger- und Finanzierungsmodelle für selbstverwaltete und gemeinwohlorientierte Atelierhäuser und Kulturstandorte in Diskussion mit relevanten Akteuren aus Politik, Verwaltung, Stiftungen, Verbänden und Initiativen. An den Workshops können sich in Zukunft interessierte Akteuere, Betreiber und Unterstützer beteiligen. Initiiert wurde die Aktion "Critical Mass Mobile" vom Aktionsbündnis A(b)BA, dem ZK/U und den beteilgiten Produktionsstätten ehemaliges Stattbad Wedding, Panke-Höfe, Gerichtshöfe, Wiesenburg, Atelierhaus Wiesenstraße und den Uferhallen.

Quelle AbBA Netzwerk: http://www.bbk-kulturwerk.de/con/kulturwerk/front_content.php?idart=3483

Rechte Spalte

Critical Mass Mobile

Parade Nordberliner Kulturorte
Ort
Programm

DEMO/Aktion CriticalMassMobil, 
Sonntag, 17.9.2017

Beginn 15:00, ZK/U Siemensstr. 27 - ZK/U, mit Bezirksstadtrat E. Gothe
16:00 ca. Gerichtstr. 23, Stattbad Wedding und Panke-Höfe
16:20 ca. Gerichtshöfe, Postkartenaktion
16:50 ca. Wiesenburg, 
17:15 ca. Wiesenstr.29, 
17:45 ca. Uferhallen, mit Performance und feierlichem Ausklang

Text

Jochen Küpper, Boris Joens