Wedding

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Weddingmarkt auf dem Leopoldplatz, Foto: Sabrina Pützer

Seit Jahren wird dem Arbeiterbezirk Wedding nachgesagt, er sei im Kommen. Doch der Wedding ist längst da. Der Wedding ist nicht nur Berliner Schnauze; er ist auch "auf die Schnauze". Die Atmosphäre zwischen der Müllerstraße, dem Ku’Damm des Weddings, und Kreativlaboren wie den Osram-Höfen ist rau und angespannt.

Im Wedding begegnet sich die Welt in türkischen Teestuben mit Neonröhren-Charme und der Theatersitcom „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ im Prime Time Theater. Stereotypen wird Authentizität entgegengeschleudert, der Sound klassischer Konzerte im silent green Kulturquartier – einem ehemaligen Krematorium – konkurriert mit Straßenlärm. Einstige Fabriken und Gewerbehöfe sind nun Kreativlabore und Synergiewerkstätten. So sind die Gerichtshöfe mit rund 70 Künsterinnen und Künstlern inzwischen eines der größten Kunstquartiere Deutschlands. Die Uferhallen samt Uferstudios, einst Zentralwerkstatt der Berliner Verkehrsbetriebe, bilden heute eine außergewöhnliche Plattform für Bildende Künstler, Musiker, Theaterinszenierungen und Ausstellungen. Auch Architektur-Fans kommen im Wedding auf ihre Kosten, denn hier ist Weltkultur zu finden: Die Schillerpark-Siedlung von Bruno Taut steht seit 2008 auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste. Im sogenannten Englischen Viertel erstreckt sich die ruhige Oase mit ihren holländisch anmutenden Häusern aus rotem Backstein über knapp 600 Wohnungen.

Letztlich sind es vor allem die mannigfaltigen, kleinen Initiativen und authentisch gewachsenen Netzwerke, welche die Vielfalt der kreativen Szene ausmachen. In einst verwaisten Friseurläden und Ladenmeilen realisieren heute junge Kreative Kunstprojekte, die gerade dank ihrer Diversität dem Wedding gerecht werden. 

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