#kulturmitte

Historische Aufnahme des Volksparks Rehberge von 1919 aus dem Landesarchiv, im Buch "Düne Wedding" von Constanze Fischbeck und Sven Kalden

Ein Buch und ein Kartenspiel, das auf der Loci-Methode aufbaut – zwei sehr unterschiedliche künstlerische Formate bilden die Grundlage für dieses Porträt des Volkspark Rehberge. Legen Constanze Fischbeck und Sven Kalden die historischen Schichten des Parks frei, legt Nick Koppenhagen einen Graphen mit dichotomischen Begriffen über ihn. Gemeinsam stehen sie für zwei exemplarische Wege, den Park zu erkunden.

Die Führung über die archäologischen Ausgrabungen am Molkenmarkt beginnt an einem Ort, an dem man sich nicht gerne lang aufhält. Ferial Nadja Karrasch berichtet, warum er trotzdem einen Besuch wert ist.

Sammlung von mit Risographie gedruckten Künstlerpublikationen von Gloria Glitzer, Foto: Anna-Lena Wenzel

In der zweiten Folge der Verlagsporträts werden mit AvivA und Gloria Glitzer zwei unabhängige Verlage vorgestellt, die sich einerseits durch ein spezialisiertes Programm und andererseits durch ein erweitertes umtriebiges Verleger*innen-Selbstverständnis auszeichnen, das neben dem Büchermachen auch das Sammeln von Publikationen, das Vertreiben eines Magazins und weitere Netzwerkaktivitäten umfasst.

Akademie der Künste, Bilderkeller

Dort unten, im ehemaligen Kohlenkeller des Akademie-Gebäudes am Pariser Platz, steht man inmitten einer bunten Bilderwelt. Nadja Ferial Karrasch nimmt uns dahin mit.

Michael Schmidt: Stadtoberinspektor beim Bezirksamt Wedding, aus Berlin-Wedding, 1976-78, © Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt

Im Jahr 1976 erarbeitete der Fotograf Michael Schmidt für das Bezirksamt Wedding ein konkretes Projektvorhaben, mit dem er ein „wahrheitsgetreues und ehrliches Bild“ des Kiezes zeigen wollte, das aus Stadtlandschaften und Porträts bestehen sollte.[1] Das Ergebnis, die Serie Berlin Wedding, 1976-78, ist nun in einer großen Retrospektive im Hamburger Bahnhof zu sehen.

Annett Gröschner widmet sich in ihrem Text den Berliner Wasserstraßen

Blick auf den Umlauftank aus dem Süden nach der Sanierung. Foto: Philipp Lohöfener, 2017, Copyright: Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg / Philipp Lohöfener, Berlin

Auf der Schleusensinsel im Tiergarten befindet sich mit dem Umlauftank von Ludwig Leo eine Ikone des experimentellen Entwerfens, die brutalistische Materialehrlichkeit mit Pop-Farbigkeit verbindet. Auf einem Rundgang mit dem Leo-Experten Gregor Harbusch

Screenshot der digitalen Ausstellung Queer as German Folk des Schwulen Museums in Kooperation mit dem Goethe Institut

Der coronabedingte Lockdown brachte alle öffentlichen Veranstaltungen zum Erliegen und führte zur räumlichen Schließung sämtlicher Kulturinstitutionen. Der Verlust des Publikums erforderte ein Umdenken: Wie kann man weiterhin präsent sein, Kontakt zu Besuchenden halten, bestehende Projekte und Ausstellungen sichtbar und zugänglich machen und wenigstens einen kleinen Teil der geplanten Aktivitäten realisieren? Ein Überblick  über virtuelle Ausstellungen und digitale Kommunikationswege von Anna-Lena Wenzel

Eingangsbereich des GRIPS Theaters in der neuen Spielzeit unter Corona-Regelungen, Foto: David Baltzer

Die Bedingungen unter denen die Theater in die neue Spielzeit starten, stellen sie vor große Herausforderungen: die Zuschauerränge dürfen nur zu 20 % besetzt sein, zahlreiche Auflagen beeinflussen das Geschehen auf der Bühne, im Zuschauer*innenbereich und bei den Proben. Warum es trotzdem wichtig ist zu spielen und was für Wege Theater wie das GRIPS und das Prime Time Theater finden, um weiterzumachen, ist Gegenstand des fünten Teils der Reihe „Was geht (nicht) mit Corona“. 

Die Gedenkstätte Berliner Mauer, Fotos: Anna-Lena Wenzel

Die Ackerstraße war während der Teilung der Stadt durch die Mauer getrennt. Obwohl seit der Wiedervereinigung 30 Jahre vergangen sind, sieht man die Spuren der Teilung noch heute – der „arme“, nördliche Weddinger West-Teil ist durch Wohnsiedlungen und einen Trinkertreff geprägt, während sich im unteren „hippen“ Mitte-Teil zahlreiche Kreativunternehmen und Ladenlokale in hübschen Altbauen befinden.

Jörg Heitmann und Julie Gayard im Gespräch, Foto: Anna-Lena Wenzel

Für Veranstaltungsorte wie das Acud Macht Neu und das silent green Kulturquartier bedeuten die anhaltenden Coronamaßnahmen massive Beschränkungen ihrer Arbeit und gehen an ihre finanzielle Substanz. Im vierten Teil der Reihe „Wie läuft es (nicht) mit Corona“ berichten Julie Gayard und Jörg Heitmann von der aktuellen Situation.

Yuki Jungesblut, Floating Capital, 2015

Verlagsporträt des Reprodukt Verlages von Anne Becker

Drei Verlage mit Sitz in Mitte: Kadmos, Mitte/Rand und Reprodukt. Alle sind mit Leidenschaft für die Sache dabei und Vermittler*innen im besten Sinne: Sie begleiten die Buchentstehung, organisieren deren Vertrieb und sorgen für Öffentlichkeit und Resonanz. Anna-Lena Wenzel hat sie besucht und porträtiert.

Eingang der Galerie Wedding mit Corona-Hinweisen, Foto: Anna-Lena Wenzel

Ein Blick auf die Kulturarbeitenden hinter den Kulissen. Im dritten Teil der Serie spricht Anna-Lena Wenzel mit einer Kunstvermittlerin über die Arbeit mit Kinder unter Social-Distancing-Bedingungen, mit den Betreibern eines Projektraumes über Hygienevorschriften und besucht eine kommunale Galerie, deren Räume vorübergehend belegt und umfunktioniert wurden.

Please find the English version below

Die Stadt als Buch

Mehr als die Hälfte der Berliner Gebäude des 19. Jahrhunderts büßten im 20. Jahrhundert das Ornament ihrer Fassaden ein. Es wurde entfernt und in den allermeisten Fällen nicht ersetzt.

Treffen sich mehrere Personen an einem Ort im öffentlichen Raum, beispielsweise an einer Straßenecke, um hier gemeinsam Zeit zu verbringen und um (vorwiegend) alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, so nennt sich das „cornern“. „Cornern“ ist die Mitte zwischen dem Bar-Besuch und dem sogenannten „Weg-Bier“ (das natürlich auch ein Weg-Wein oder eine Weg-Limo sein kann).

Übersichtskarte am Eingang Rathenowstraße, Fotos: Anna-Lena Wenzel

Der Fritz-Schloß-Park besteht je zur Hälfte aus Grünflächen und Sportanlagen weshalb er zu Recht den Beinamen „Sportpark“ trägt. Das Tolle ist: hier ist für jeden etwas dabei – für Jung und Alt, Familien und Hunde, für Leistungssportler*innen wie Freizeitaktivist*innen, für Rodelbegeisterte und Minigolfer*innen. Ein Park-Porträt von Anna-Lena Wenzel

Künstlerin Marina Naprushkina und Kuratorin Agnieszka Kilian im Gespräch mit Slavs and Tatars.

Aus der Reihe „Lebt und arbeitet in Berlin“ des Programms institutions extended.

Screenshot der Youtube-Version des Livestreams des Ensembles LUX:NM

Ein Blick auf die Kulturarbeitenden hinter den Kulissen: Wie haben die Kulturschaffenden, diejenigen, die Kultur ermöglichen und vermitteln, die Schließung ihrer Arbeitsorte erlebt, wie ist ihre aktuelle (finanzielle) Situation und wie sind die Aussichten? Teil II der Gesprächsreihe mit Anna-Lena Wenzel.

Blick auf die Fernsehturmpavillons, Foto: Kerstin Stoll

Ein Rundgang über den verkannten Platz, unterhalb des Fernsehturm, der aufgrund seiner permanenten Wandlung typisch für die bewegte Geschichte Berlins ist und ein perfektes Beispiel dafür, wie heterogen an diese im öffentlichen Raum erinnert wird.  

 

 

Sceenshot der Webseite des Theaterdiscounters

Ein Blick auf die Kulturarbeitenden hinter den Kulissen: Wie haben die Kulturschaffenden, diejenigen, die Kultur ermöglichen und vermitteln, die Schließung ihrer Arbeitsorte erlebt, wie ist ihre aktuelle (finanzielle) Situation und wie sind die Aussichten? Teil I der Gesprächsreihe mit Anna-Lena Wenzel.

Die markante blaue Scheibe des Erinnerungsortes Tiergartenstraße 4, Foto: Anna-Lena Wenzel

In einer Villa in der Tiergartenstraße 4 befand sich ab April 1940 die Planungszentrale für die „Euthanasie“-Verbrechen der NS-Zeit, die unter dem Namen „Aktion 4“ bekannt wurden. Seit 1988 gab es verschiedene Interventionen und Installationen, die an das Verbrechen erinnern, bis 2014 ein neuer Gedenk- und Informationsort eingeweiht wurde. Ein Rückblick und eine Begehung von Anna-Lena Wenzel

Nicholas Grindells Wegweiser zu den Berliner Tierskulpturen

"läuft..." ist die Rubrik, in der wir Sie auf aktuell laufende Ausstellungen aufmerksam machen wollen, bei denen sich ein Besuch besonders lohnt. Zusammengestellt von Marina Naprushkina / institutions extended.

Zietenplatz, Fotos: Anna-Lena Wenzel

Die M*straße hat vieles zu bieten: mehrere Ministerien, zwei U-Bahnhaltestellen, ein Universitätsinstitut, eine Mall, diverse Botschaften und Hotels; was sie jedoch so besonders macht, sind die markanten und umstrittenen Spuren deutschen Geschichte. Ein Straßenporträt von Anna-Lena Wenzel

Karolin Meunier besucht die Textinstallationen "Goldes Wert" und "True Fables" von Monika Rinck und Haytham El-Wardany in der Klosterruine Berlin.

Die Künstlerin Marina Naprushkina und die Kunst- und Filmwissenschaftlerin Ekaterina Tewes im Gespräch mit dem Künstler Yuri Leiderman.

Aus der Reihe „Lebt und arbeitet in Berlin“ des Programms institutions extended.

Ausstellungsansicht, Foto: Anna-Lena Wenzel

Die Ausstellung Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air im Martin-Gropius Bau widmet sich dem in Berlin lebenden Fotografen Akinbode Akinbiyi. Eine Besprechung von Anna-Lena Wenzel

Bärenzwinger Außengelände; Foto: Stephanie Kloss

Der Künstler Heimo Lattner und die Fotografin Stephanie Kloss trafen sich im März zu einer Ortsbegehung rund um den Köllnischen Park und sprachen über die Poesie der Ein- und Überschreibungen, von Zweckentfremdungen und Nutzungsphantasien.

Die fünf-teilige Veranstaltungsreihe Let’s talk about class bringt das Thema Klassismus aufs Tapet und ins Gespräch und beleuchtet es aus intersektionaler Perspektive. Anna-Lena Wenzel berichtet von der Auftaktveranstaltung.

„Technik, Technik, bei mir läuft vieles intuitiv. Und Erfahrung, auf die ich zurückgreife, kann auch langweilig sein.“
Der Dramaturg Christian Filips im Gespräch mit der Schauspielerin Susanne Bredehöft. Aus der Reihe „Lebt und arbeitet in Berlin“ des Programms institutions extended.

Liebe Leser*innen,

wir nutzen heute das Magazin in eigener Sache, um im Zusammenhang mit der Corona-Krise Informationen für Künstler*innen und Kulturschaffende bereitzustellen.

Alle öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungen des Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte werden ab 14.03. bis zunächst einschließlich 19.04.2020 für den Publikumsverkehr geschlossen.

Festiwalla-Camp, Foto: Theater X

Ein Besuch beim postmigrantischen "Theater X". Von Nicole Opitz

Die Tour beginnt mit einem Blick auf einen historischen Stadtplan, Fotos: Anna-Lena Wenzel

Ein Stadtrundgang zur Novemberrevolution entlang der Chausseestraße mit Stefan Zollhauser. Von Anna-Lena Wenzel

Berlin Biennale Auftakt: Experiência 1, Foto: Mathias Voelzke

Seit September 2019 gastiert die Berlin Biennale im ExRotaprint im Wedding. Anna-Lena Wenzel hat sich die drei Auftaktausstellungen angeschaut.

Notizen bei der Veranstaltung "Zeit für Kunst"

Seit Oktober 2019 leitet Marina Naprushkina das Programm Institutions Extended. Wir treffen uns zum Gespräch in der von ihr 2013 gegründeten Initiative Neue Nachbarschaft/Moabit, und reden über die ersten 100 Tage und ihre Pläne für die kommenden zweieinhalb Jahre.

Ich denke, man kann das System durch künstlerische Arbeit nicht direkt verändern, aber man kann Einfluss auf es nehmen. Die Machtposition ist wie ein Block, wie ein Monolith.

Ausstellungsansicht im DAZ, Foto: Leon Lenk

Im Deustchen Architektur Zentrum ist bis zum 2.2.2020 die Ausstellung „Letters to the Mayor: Berlin" zu sehen. Ferial Nadja Karrasch hat sich durch die Briefe gelesen und war bei einer Veranstaltung mit Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, dabei.

"läuft..." ist die Rubrik, in der wir Sie auf aktuell laufende Ausstellungen aufmerksam machen wollen, bei denen sich ein Besuch besonders lohnt. Zusammengestellt von Marina Naprushkina / institutions extended.

In ihrem Buch Gott wohnt im Wedding hat die Autorin Regina Scheer das bewegende Porträt eines Hauses in der Utrechter Straße geschrieben und erzählt anhand seiner Bewohner*innen zahlreiche Lebensgeschichten von Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute.

Als ich jung war, habe ich mir Lebensläufe von bekannten Künstler*innen angeschaut. Manche machen seitdem sie 25 Jahre sind die gleiche Kunst. Ich habe mir geschworen, dass ich nie so sein werde!

Weihnachts-Fest-Karte

Man möchte einmal dabei gewesen sein – bei einem jener Feste des Vereins Berliner Künstler, denen durch das Zusammenwirken von Bildender Kunst und Literatur, Schauspiel, Tanz und Musik, Architektur und Kunstgewerbe der Charakter von Gesamtkunstwerken eigen war. Von ihnen und ihrem Ablauf erzählen uns aufwändig gestaltete Festkarten, Programme und Eintrittskarten, die in ihrer zeichnerischen Raffinesse durchaus als eigenständige Kunstwerke zu betrachten sind.

Alexander Kluge vor dem Friedrich-Adolph-Diesterweg-Denkmal

Um den Neptunbrunnen am Alexanderplatz hat jemand eine Eislaufbahn gebaut und um diese Eislaufbahn wiederum einen Weihnachtsmarkt. Es ist Ende November, der erste Advent nahe. “Für uns ist es eigentlich ganz gut, dass die Eislaufbahn um den Brunnen ist”, sagt ein Mann mit gesteppter Winterjacke und kleiner Umhängetasche. “Dann klettern weniger Betrunkene oder Kinder auf die Figuren.”

Foto: Stadtmuseum Berlin

Das Märkische Museum gibt Einblick in seine umfangreiche Sammlungen durch ein neues Vermittlungsformat: Das Objekt des Monats.

Batoul Sedawi

In den eher traditionellen Familien lassen viele ihre Töchter, obwohl sie begabt sind, eben nicht Kunst studieren. Da heißt es dann, an den Akademien gebe es Alkohol und Haschisch. Viele geraten danach in Konflikt mit ihren Familien.

Fotos: Anna-Lena Wenzel

Blickt man aus dem Gleisdreieckpark auf die Kurfürstenstraße, wirkt sie fast ein wenig verschlafen: die Kopfsteinpflasterstraße wird zu beiden Seiten von einem recht breiten Fußgängerweg flankiert, die von einem bunten Mix aus Häusern aus der Gründerzeit bis heute gerahmt werden. Nur wenige Menschen sind unterwegs und die Aktivitäten verstecken sich in den Hinterhöfen. So wie in der Nummer 15/16.

Ausstellungsansicht, Foto: Anna-Lena Wenzel

Im Futurium Lab des neu eröffneten Futuriums widmet sich die Ausstellung Mind the Fungi - eine Kooperation mit dem Art Laboratory und dem Institut für Biotechnologie der TU Berlin - lokalen Baumpilzen und erforscht ihre Tauglichkeit als nachhaltiger Rohstoff für die Zukunft.

Paula Monjé, Deutsches Volksfest im 16. Jahrhundert, 1883, wachshaltige Mischtechnik auf Leinwand, © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger

Eine Ausstellung in der Alten Nationalgalerie zeigt Werke von Künstlerinnen aus der eigenen Sammlung, die sonst überwiegend im Depot schlummern – und damit unsichtbar sind. Anna-Lena Wenzel hat die Ausstellung gesehen und Verbindungen zu Vorgängerinnen und Zeitgenossinnen geschlagen.

Wandbild der Gruppe Ratgeb in Moabit (Ausschnitt) Foto: Maike Brülls

In der Pritzwalker Straße 16 in Moabit befindet sich ein politisches Wandbild der KÜnstlergruppe Ratgeb mit dem Titel der Der zivilisationsgeschädigte Sanierungsbaum durchstößt die Moabiter Geschichtslandschaft. Anna-Lena Wenzel hat sich das Bild, das 1979 entstanden ist, genauer angeschaut und zu seinen HIntergründen recherchiert.

Der syrische Filmemacher Ammar al-Beik (*1972 in Damaskus) wartet an der geöffneten Tür, in einem schmalen Gang. Bilder, leere Rahmen und Sperrholzplatten lehnen an der Wand, dahinter beginnt das al-Beik-Universum, gelegen in einer kleinen Hinterhauswohnung im Wedding, in der er mich für das Interview empfängt.

Kolonie Wedding Collage, © Anna-Lena Wenzel

Im Soldiner Kiez im Gesundbrunnen gibt es mit der Kolonie Wedding einen Zusammenschluss von Projekträumen, die an jedem letzten Wochenende im Monat gemeinsam eröffnen. Anna-Lena Wenzel war bei einer der öffentlichen Führungen, die zu diesem Anlass angeboten werden, dabei.

Pflanzen und ein roter Zaun stehen um einen Baum

„Können wir jetzt den Zaun anmalen?“, ruft ein Mädchen mit dunklen langen Haaren. Sie guckt so hoffnungsvoll, die Erwachsenen um sie herum können es ihr nicht ausschlagen. Schon holt eine von ihnen den roten Lack und ein Set Pinsel, eine andere ein Stück Karton und einen Schraubenzieher. Mit dem Schraubenzieher wird die Lackdose geöffnet, das Stück Pappe unter den Zaun gelegt und das Mädchen legt los, streicht langsam und bedacht die hölzernen Latten.

Eingang zu Jenseits der Natur, Foto: Anna-Lena Wenzel

Die Künstler*innengruppe Club Real realisiert auf einer Grünfläche in der Osloer Straße eine Demokratie der Organismen mit Parlament, Gartenexekutive und Justizpalast.

Menschen tragen einen toten Baum

Bei dem globalen Klimastreik am 20. September zog eine Prozession durch die Demoroute am Brandenburger Tor entlang. Menschen in schwarzer Kleidung und mit geschminkten Gesichtern trugen abgestorbene Bäume auf ihren Schulten, als trügen die Särge. “Ohne Wald kein Leben” steht auf einem Banner, das die erste Reihe der Menschen trägt. Ein Trauermarsch, eindrücklich und klar in der Symbolik.

Vitrine im Bahnhof Gesundbrunnen, Foto: Silke Nowak

Der Projektraum Schneeeule wurde dieses Jahr mit dem Projektraumpreis ausgezeichnet und zeigt aus Anlass der Art Week eine Ausstellung an zwei Orten. Eine befindet sich in einer Vitrine am Bahnhof Gesundbrunnen.

Eine Herde Schafe am Hansaplatz vor staunenden Menschen

Dicht gedrängt stehen sie nahe dem Eingang zur U-Bahn-Haltestelle Hansaplatz. So dicht, dass sie wahrscheinlich den schnellen Atem des anderen fühlen können. Stören scheint sie diese Enge nicht, denn sie verhalten sich ruhig. Nur ab und zu ist ein „Mäh“ zu hören. Die Schafe schauen in eine Richtung, nur ein paar wenige haben ihre schwarzen Köpfe in die entgegengesetzte gerichtet.

Auftritt von Brooklyn Bridge, Foto: Ink Agop ©Creamcake

Noch bis zum 31.10. findet in der Klosterruine das Sommerprogramm statt: Installationen unter dem Titel Playground und zwei Veranstaltungsreihen schließen die Vergangenheit des Ortes mit der Zukunft kurz. Anna-Lena Wenzel war bei einem vom Creamcake gestalteten Abend dabei.

Nördlicher Hansaplatz, Foto: Holger Herschel

Am 14. und 15. September findet am Hansaplatz das Kick Off Wochenende des Projektes Kunst im Stadtraum – Hansaplatz statt, das mit vielen Veranstaltungen lockt. Die künstlerische Projektleitung hat Elke Falat inne. Im Gespräch berichtet sie Anna-Lena Wenzel von ihrer Annäherung an den Platz und erläutert ihre Ideen für das Programm, das am 12. Juli 2018 mit einem ersten Forum begonnen hat.

Menschen stehen vor Glastüren und Glasfenstern

Glück ist ein großes Wort, dessen Definition schwer allgemeingültig zu klären ist. Aber wenn Künstler*innen in Berlin-Mitte eine große Fläche finden, die sie nur zum Preis der Nebenkosten mieten können, dann kann man dieses große Wort dafür schon mal nutzen. Esther Lange Brencick hat es gehabt, besagtes Glück. Über einen Bekannten bei der Hausverwaltung erfuhr sie, dass an der Invalidenstraße eine große Erdgeschosswohnung – Keller, kleiner Garten, mehrere Räume – seit fünf Jahren leer steht.

Das frisch sanierte Mitte Museum mitsamt Banner zur aktuellen Ausstellung, Foto: Anna-Lena Wenzel

Nach einer drei-jährigen Umbau- und Sanierungszeit wurde am 8. August das Mitte Museum mit der Ausstellung Wer wir sind und was wir tun - mitten im Museum wiedereröffnet. Anna-Lena Wenzel hat mit der Kuratorin Susanne Weiß Über die Hintergründe und Ideen zur Ausstellung gesprochen.

Das Straßenschild der Quitzowstraße

Am Anfang, da ist Ruhe. Verlässt man die breite, viel befahrene Perleberger Straße in Moabit und tritt ein in die Quitzowstraße, dann ist auf einmal alles ruhig. Ob es der Gebäude-Koloss eines Baumarktes zur Rechten ist, der den Schall abprallen lässt, oder die vielen Bäume, die den Krach schlucken – egal. Auf einmal stellt sich ein bisschen Entspannung ein.

Führung auf dem Gelände der Wiesenburg, Foto: Bojana Nikolić

Auf dem Gelände der Wiesenburg wird gebaut und bald renoviert  - doch die Mieter*innen haben sich dafür eingesetzt, dass das ehemalige Heim für Obdachlosen auch weiterhin ein agiler und freier Kulturort bleibt.

Menschen stehen und sitzen vor der "Neuen Nachbarschaft" in Moabit

Der Geruch frischen Knoblauchs kommt einem schon an der Tür entgegen. Betritt man den großen Raum, schaut man direkt in die Küche. Dort stehen zwei Menschen und schnippeln – vermutlich ebenjene Knolle mit dem markanten Duft. Ein Weiterer kommt dazu, wird freudig begrüßt. Ein bisschen hat es die Atmosphäre, als würde eine WG zusammenkommen, um gemeinsam zu kochen. Keine Zweck-WG, sondern eine, die auch abseits von höflichen Gesprächen in der Küche etwas miteinander unternimmt.

Das Haus der Statistik mit der Aufschrift "No Wars"

Gipsstaub umweht den Autoscooter. Das alte Fahrgeschäft ist rostig, Autos stehen keine darauf, doch Anweisungen wie „Nicht mit den Füßen abstoßen“ sind noch lesbar. Es ist ein merkwürdiger Ort für einen Autoscooter. Denn statt Riesenrad und einer Bude mit Zuckerwatte und gebrannten Mandeln steht daneben ein Geisterhaus. Kein Jahrmarkt-Geisterhaus, sondern ein richtiges, ein seit Jahren verlassenes Haus, verwahrlost, kaputt und gruselig. Es ist das Haus der Statistik.

Banner an der Fassade der Alten Münze, Foto: Eberhard Elfert

Anna-Lena Wenzel im Gespräch mit Wibke Behrens, Mitglied der AG Alte Münze der Koalition der Freien Szene, über das Beteiligungsverfahren zur langfristigen kulturellen Nutzung der Alten Münze.

Das Team von ABA, Foto: Anna-Lena Wenzel

In einem ehemaligen Discounter in einem Gebäudekomplex aus den 1970er Jahren im östlichen Rand von Kreuzberg treffe ich das Team von Air Berlin Alexanderplatz Susanne Kriemann, Aleksander Komarov und Beatrijs Dikker. Die leeren Räume sind spartanisch mit Tischen ausgestattet, ein Beamer ist aufgebaut, wir setzen uns gemeinsam an den Tisch, um über ABA zu sprechen – einer Künstlerinitiative, die zugleich Residency, Salon, Netzwerk und Publikationsorgan ist.

Foto: Anna-Lena Wenzel

Hochsommerliche Temperaturen laden dazu ein, Kulturveranstaltungen in den öffentlichen Raum zu verlegen. Literatur auf der Parkbank im Tiergarten und Fremdgehen beim Askanischen Platz sind zwei Beispiele dafür, was sich verändert, wenn die Kunst die Instiution verlässt.

Zwei Plakate der Fête de la Musique am Zaun des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet

Seit Jahrhunderten hat der Tag, an dem die Sonne am längsten auf die Nordhalbkugel scheint, für die Menschen eine besondere Faszination. Am 21. Juni ist Sommersonnenwende und damit dort der kalendarische Sommeranfang. Kelt*innen und German*innen feierten an diesem Datum Fruchtbarkeitsfeste. In skandinavischen Ländern wird noch heute das Mittsommerfest begangen, um den Sommer zu begrüßen. Dabei werden Blumen gepflückt, die ersten Jungkartoffeln gegessen und viel im Freien getanzt.

Jennifer steht an einer Puppe

Die einzelnen dunklen Haarsträhnen der Puppe sind zu kleinen Kringeln geformt und mit Haarnadeln fixiert. Ganz platt liegen sie an dem Kopf an. So platt, dass Jennifer eine blonde Perücke über den dunklen Schopf des Puppenkopfes ziehen kann – ohne, dass man hinterher etwas von den anderen Haaren ahnt. An jeder Wand des Raumes, in dem Jennifer steht, sind Spiegel angebracht. Vor ihnen stehen Stühle, jede Menge Make-Up, Pinsel und Haarklammern.

Ciao Bauhaus! im Grünen Salon, Foto: ARCH+ / david baltzer

Zum 100-jährigen Jubiläum widmen sich zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen in Berlin dem Bahaus, wobei das projekt bauhaus einen etwas anderen Weg einschlägt: erst wird sich mit einer Veranstaltung in der Volksbühne vom Bauhaus veranschiedet, um dann am selben Ort ein rettendes Requiem zu inszenieren.

Steffen Klewar vor dem Theaterdiscounter, Foto: Paula Reissig

Vom 28. Mai bis zum 2. Juni 2019 fand das Performing Arts Festival statt. Bei dem Format Packages werden von einem Akteur*in der Szene zwei Stücke ausgewählt, die dann gemeinsam angeschaut werden. Package #4 widmete sich Literarischen Klassikern und umfasste ein Stück im Theaterdisounter und im Ballhaus Ost.

Das Straßenschild der Müllerstraße und der Chausseestraße

Wenn man die Müllerstraße im Wedding heute entlangläuft, kann man sich schwer vorstellen, dass sie einst „Ku'damm des Nordens“ genannt wurde. Das war vor dem Krieg, als es in der Straße noch schicke Kaufhäuser gab, an denen die Menschen entlang flanierten. Heute hat die Müllerstraße mit dem Ku'damm wenig gemein. Statt nobler Geschäfte gibt es vor allem Dönerbuden, Supermärkte, Drogerieketten, Spätis und Ramschläden. Und laut ist sie!

Kulturdialog vor Ort: Gedenkort Güterbahnhof Moabit, Foto: Holger Herschel

Unter dem Titel „Kulturdialog vor Ort“ fand am 6.2.2019 eine Bustour mit Kultursenator Klaus Lederer zu verschiedenen Kulturinstitutionen im Bezirk Mitte statt. Dabei gewährten die jeweiligen Leiter*innen und Mitarbeiter*innen einen Blick hinter die Kulissen, berichteten davon, was sie machen, was sie herausfordert und was sie gerne ändern würden. Einige Stationen des umfangreichen Programms werden hier vorgestellt.

Bärenzwinger 2017
Stadtraum

Der Bärenzwinger im Köllnischen Park ist seit September 2017 erstmals als Kulturstandort für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ehemalige Bärengehege beherbergte über fast acht Jahrzehnte hinweg mehrere Generationen der Berliner Wappentiere.

Foto: Neurotitan / Haus Schwarzenberg - Innenhof
Galerie

Das Neurotitan ist Galerie und Artshop des Schwarzenberg e.V. und somit Dreh- und Angelpunkt der kulturellen Vereinsaktivitäten. In den Räumen im 1. Stock des Hinterhauses findet sich ein ungewöhnliches Angebot, welches die breite Vielfalt der Berliner Kunst- und Kulturszene widerspiegelt und das sich nicht dem Diktat des Mainstream unterwirft.

Galerie

SAVY Contemporary ist ein Laboratorium für konzeptuelle, intellektuelle, künstlerische und kulturelle Entwicklungen. Zudem steht der Austausch im Fokus des interdisziplinären Ateliers. Alle zwei Monate präsentiert SAVVY Contemporary eine neue Ausstellung in ihren Ausstellungsräumen.

 

 

Galerie Wedding - Düne Wedding, Mikroprojekte 2016
Galerie

Die Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst ist eine städtische Galerie in Berlin Mitte. Sie befindet sich inmitten eines urban und multikulturell geprägten Stadtteils zwischen Müllerstraße und Leopoldplatz in einem historischen Gebäude des Expressionismus.