PLANETKULT: Planetarier*innen aller Länder vereinigt euch! ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Experiment der freien Theatergruppe andcompany&Co. In drei Phasen treffen Kunst und Wissenschaft aufeinander um gemeinsam einen Blick auf mögliche Zukünfte des Lebens auf der Erde zu werfen. Im Rahmen von Phase 2 diskutierten am 4. Juni 2026 im Berliner Naturkundemuseum der Historiker und Autor Karsten Krampitz und die Theologin Mirjam Wulff über Natur, Krise, Aufruhr – Thomas Müntzer, Bauernkriege & Apokalypse heute? Phase 3 des Projektes wird im HAU Hebbel am Ufer am 03.12.2026 umgesetzt.
Ein Gespräch von Heimo Lattner mit dem Co-Initiator der Planetkult-Reihe Alexander Karschina
Bildstrecke: Vettka Kirillova „Die Erziehung der Hirse“, 2026 (Filmstills)
Heimo Lattner: Der Deutsche Bauernkrieg, 1524-1526, gilt als eine der großen Aufstandsbewegungen der frühen Neuzeit. Bauern, Städter und Bergleute erhoben sich aus wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Gründen gegen die Herrschaft von Fürsten, Adeligen, Klöstern und anderen Grundherren. Sie protestierten gegen Abgaben, Frondienste, rechtliche Ungleichheit und vor allem gegen die Einschränkung traditioneller Nutzungsrechte an Land, Wald und Gewässern. Thomas Müntzer, geboren 1489 in Stolberg im Harz, war Theologe und Reformator und zunächst Mitstreiter von Martin Luther, ehe er zu dessen schärfstem Widersacher wurde. Nach Niederschlagung der Aufstände wurde Müntzer öffentlich hingerichtet.
Ökologische Krisen der Gegenwart stehen im Mittelpunkt der „Planetkult-Reihe“. Wie sind die Bauernkriege in diesem Kontext verankert?
Alexander Karschnia: Ziemlich genau 500 Jahre nach den Bauernkriegen kam es Anfang 2024 zu großen Bauernprotesten, die bis nach Berlin reichten. Mit ihren Traktoren blockierten Landwirte das Regierungsviertel und die Straße des 17. Juni. Sichtbar war der Protest jedoch schon zuvor: Nach der Weihnachtszeit standen auf vielen Autobahnbrücken Traktoren, die von vorbeifahrenden Autofahrern oft mit Lichthupe begrüßt wurden.
Eine überzeugende progressive Antwort auf diese Proteste habe ich damals allerdings nicht wahrgenommen. Das hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe mich gefragt, was die Vorgeschichte dieses Konflikts ist und wo seine tieferen Wurzeln liegen. Dabei stößt man unweigerlich auf die Geschichte der Bauernkriege vor einem halben Jahrtausend.
Bertolt Brecht hat die Bauernkriege als das größte Unglück der deutschen Geschichte bezeichnet. Das mag verwundern, weil so ein groß angelegter Aufstand zunächst etwas Positives haben könnte. Brecht meinte aber, dass die brutale Niederschlagung und das Massaker an den Bauern so folgenreich waren, dass sich von dort eine Linie der deutschen Geschichte bis ins 20. Jahrhundert, bis hin zum Nationalsozialismus und seinen Folgen, ziehen lasse.
In anderen Ländern ist diese deutsche Geschichte oft präsenter als hierzulande, etwa in Lateinamerika, besonders in Brasilien. Die Schriften Thomas Müntzers sind schwer zugänglich, aber Texte wie Ernst Blochs „Geist der Utopie“ werden dort bis heute gelesen, ebenso wie Brecht, der in Brasilien sehr lebendig ist. Das hängt auch mit der Stärke der Landlosenbewegungen zusammen. Organisationen wie Via Campesina gehören zu den größten sozialen Bewegungen weltweit.
Müntzer lieferte Bloch sozusagen das historische Material, um daraus eine philosophische Theorie der Utopie und des „Prinzip Hoffnung“ zu machen. Daraus entstand für uns (andcompany&Co.) das Vorhaben, einen Bogen von Thomas Müntzer bis in die Gegenwart zu schlagen und zu fragen, welche Bedeutung diese Geschichte heute noch hat.
Zwischen Aufstand und Deutungsgeschichte
HL: Karsten Krampitz beschriebt Müntzer als „ersten Wutbürger“ und „ersten Ossi“.
AK: Krampitz untersucht die Vereinnahmung Müntzers durch die DDR und die Konstruktion eines entsprechenden Mythos. Die Pointe dabei lautet, dass die DDR letztlich Luther näherstand als Müntzer, aufgrund ihrer Orientierung an Autorität und Obrigkeit. Müntzer selbst hatte hingegen etwas zutiefst Antiautoritäres, fast Anarchisches. Er wandte sich gegen die Vermittlung religiöser Wahrheit durch Gelehrte und Kirche und bestand auf unmittelbarer Erfahrung des Glaubens. Getrieben von der Vorstellung des Heiligen Geistes, der direkt in der Gemeinde wirkt, wollte er klassische Vermittlungsinstanzen überwinden.
HL: Etwas, das durchaus auch in zeitgenössischen anarchistischen Theorien zu finden ist.
AK: Darin steckt eine Ambivalenz: Der Wunsch nach Unmittelbarkeit taucht auch in rechtspopulistischen Bewegungen auf. Populismus richtet sich in allen Spielarten gegen eingebildete oder reale Eliten und verspricht einen direkten Draht zwischen „Volk“ und Politik unter Umgehung von Institutionen, etablierten Parteien oder Gerichten. In gewisser Weise erinnert das an Müntzers Kritik an Kirche und Klerus, allerdings in einem völlig anderen historischen Kontext.
Trügerische Unmittelbarkeit der Plattformen
HL: Sowohl bei Müntzer als auch im technologischen Libertarismus erscheint institutionelle Vermittlung eher als ein Hindernis, das lässt sich als strukturelle Parallele lesen. Gemeinsam ist aber die Idee eines direkten Zugangs, damals religiös begründet, heute etwa über Markt- oder Plattformlogiken.
AK: Genau. Es gibt einen eingebauten Populismus der Plattform. Dafür braucht es gar keine expliziten Ausfälle von Elon Musk und keine Kehrtwenden in Richtung Rechtsextremismus. Plattformen versprechen einen unmittelbaren Kontakt zwischen Verkäufer:innen und Kund*innen. Das ist natürlich ein großer Schwindel, und es ist erstaunlich, dass sie damit durchkommen. Sie versprechen den Ausfall der Vermittlung und ersetzen alte Vermittlungsinstanzen durch sich selbst. Das ist das Geschäftsmodell von jeder Plattform.
Darin findet sich auch die tiefere Erklärung für den rätselhaften Stimmungswandel und die politische Neupositionierung der sogenannten TechBros, die sich plötzlich im Lager von Donald Trump wiederfinden. Es gibt eine strukturelle Affinität zwischen Plattformlogik, Populismus und einer bestimmten Form des Radikalismus, der in unterschiedliche Richtungen gehen kann.
Auch bei Müntzer gibt es einen Wutbürgeranteil, ebenso die Spannung zwischen einer anarchischen und einer autoritären Form. Diese Zerrissenheit zeigt sich in seiner Figur und in dem, was er repräsentiert hat, auch wenn er selbst gegen jede Form von Repräsentation war. Gleichzeitig war er selbst ein ausgebildeter Theologe, gebildeter als Luther, und hat dennoch gegen die Gelehrten polemisiert.
Diese Spannung zwischen zwei Polen, die sich an der Frage nach Vermittlung und Repräsentation entscheidet, zieht sich durch. Damals im kirchlich-religiösen Kontext, heute im politischen: in der liberalen Demokratie in Form des Parlamentarismus und des Rechtsstaates. Das ist ein Konflikt, der uns immer wieder heimsucht. Deshalb ist es vielleicht auch nicht überraschend, dass auch die Bauernproteste plötzlich wieder sichtbar werden.
Allerdings bleibt der anarchische Anteil unterbelichtet und erhält deutlich weniger Aufmerksamkeit als die von großen Agrarlobbygruppen orchestrierten Proteste.
Apokalyptische Narrative im Silicon Valley
HL: Wie kommt von hier aus die Apokalypse ins Spiel und welche Bedeutung hat sie im ideologischen Umfeld der Tech-Eliten?
AK: Die Apokalypse ist ein Text voller Metaphern, Bilder und Tropen und nicht nur auf die Johannesapokalypse am Ende des Neuen Testaments beschränkt. Diese Texte enthalten immer beides: neben Katastrophe auch die Pole der Erneuerung, der Stärkung der Gemeinschaft und eine Form der Wiedergeburt. In der gängigen Wahrnehmung werden apokalyptische Bilder aber meist primär als reine Weltuntergangsszenarien interpretiert und weniger als Konzepte einer möglichen Wiedergeburt im Sinne einer Renaissance.
Peter Thiel bedient diese Bilder schon länger, er bezieht sich auf den umstrittenen deutschen Staatsrechtler Carl Schmitt, Kronjurist des „Dritten Reiches“ und „Theoretiker des Ausnahmezustands“. Es geht ihm weniger um eine biblische Lesart als um eine Deutung des gegenwärtigen Weltgeschehens durch die Brille Schmitts. Ins Zentrum gerückt wird die Figur des „Katechon“, des „Aufhalters“. Wie Mirjam Wulff zeigt, handelt es sich dabei um eine randständige Figur aus dem Zweiten Thessalonicherbrief, die für die biblische Apokalypse keine Bedeutung hat.
Es überrascht, dass ausgerechnet der „Aufhalter“ beschworen wird, der kaum zum Tech-Kapitalismus passt, der selbst auf Beschleunigung setzt, auf technologische Dynamik, Disruption und Akzelerationismus. Die Feindbilder sind dabei sehr konkret: Thiel spricht vom „Antichristen unserer Generation“u und meint Greta Thunberg und die Europäische Union: Beide stehen für Regulierung und damit für eine Einhegung von Beschleunigung. Gerade darin zeigt sich die Spannung: Wenn die eigentliche Bedrohung in der Verlangsamung liegt, wozu braucht es da einen „Aufhalter“? Das ist kaum kohärent. Dass diese Idee so viel Aufmerksamkeit erhält, liegt weniger an ihrer Konsistenz als an der Macht ihres Protagonisten.
HL: Die Apokalypse ist also in erster Linie als Glaubenskrise zu verstehen, als Krise von Gemeinschaften, sozialer Ordnungen und von Herrschaft.
AK: Sie wird aber auch in Bildern von Naturkatastrophen beschrieben. Wenn wir heute an Apokalypse denken, rücken vor allem ökologische Bezüge in den Vordergrund. Diese Bezüge zu den Naturverhältnissen sind natürlich virulent. Gemeint ist eine Verdichtung hin zu einem Untergangs- oder Zerstörungsszenario durch dieÜberhitzung des Planeten und das Artensterben, dieÜberschreitung planetarer Belastungsgrenzen.
Darüber sprachen wir an dem Abend im Naturkundemuseum. Denn genau hier stellt sich die Frage, ob es trotz der drohenden Katastrophe sinnvoll ist, die Situation in apokalyptischen Bildernzu beschreiben. Mirjam Wulff rät dringend davon ab: Man solle die apokalyptischen Reiter nicht an die Wand malen wie es Extinction Rebellion getan haben. Stattdessen solle man sich auf die Suche nach Lösungen begeben, ohne zu glauben, für alles eine umfassene Lösung finden zu können wie es uns die sog. TechBros suggerieren. Ihnen taugt der drohende Sturz des Klimas lediglich dazu, Green Tech zu preisen und ihre Ideologie zu spreaden: einen umfassenden Solutionismus. Verkauft werden „Solutions“, also die Zuversicht, dass es für jedes Problem eine Lösung mithilfe der von ihnen entwickelten Technologie.
HL: Eine Zeit lang ließ man sich von diesem Versprechen der Green Tech durchaus täuschen. Man denke etwa an Tesla in Grünheide und die Begeisterung selbst des seinerzeitigen grünen Wirtschaftsministers Robert Habeck, für die sogar Regelbrüche beim Bau der Fabrik in Kauf genommen wurden.
AK: Deshalb wäre mein Plädoyer für einen Possibilismus statt eines Solutionismus – durchaus im Sinne des Ökonomen Albert O. Hirschman.
HL: Hirschman wandte sich sowohl gegen fatalistische Vorstellungen historischer Unausweichlichkeit als auch gegen die Vorstellung, komplexe gesellschaftliche Probleme ließen sich durch einen einzigen großen Plan beheben. Diese Sichtweise verbindet den nüchternen Blick auf gesellschaftliche Realitäten mit dem Vertrauen darauf, dass politische und soziale Veränderungen möglich sind.
AK: Auch die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer bezieht sich auf einen solchen Possibilismus. Dieser fragt nicht nur danach, was wahrscheinlich ist, etwa welches Untergangsszenario oder welche politische Entwicklung. Er fragt vielmehr immer auch: Was ist möglich?
Dass wir sowohl die Klimakatastrophe verhindern als auch den Aufstieg des Faschismus aufhalten können, mag zwar sehr unwahrscheinlich sein, ist aber nicht unmöglich. Das wäre, in einer Kurzformel ausgedrückt, der Possibilismus.
Die Frage nach einer zweiten grünen Revolution
HL: Wie könnte, angesichts der ökologischen Krisen eine neue grüne Revolution aussehen? Wie könnte ein solches gesellschaftliches und ökonomisches Umdenken gestaltet werden?
AK: Die Grüne Revolution war in gewisser Weise eine Konterrevolution – ein Kind des Kalten Krieges. Sie zielte darauf, den Hunger in der Welt zu bekämpfen durch eine Intensivierung der Landwirtschaft, v.a. durch den massiven Einsatz von Chemikalien. Sie wird kurioserweise meist auf das Jahr 1961 datiert. Dieses Jahr steht nicht nur für den Bau der Berliner Mauer und den Weltraumflug Juri Gagarins, sondern auch für die Uraufführung von Heiner Müllers Stück „Die Umsiedlerin“ mit ihren bekannten Folgen. Das war der Ausgangspunkt für die Konzeption der Planetkult -Trilogie, die wir im Dezember mit einem „rewriting“ von Müllers Stück im HAU1 beenden.
HL: Heiner Müller wurde Ende 1961, unmittelbar nach der Uraufführung aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen, und das Stück als „konterrevolutionär“ beziehungsweise „staatsfeindlich“ vom Spielplan genommen.
AK: „Die Umsiedlerin“ spielt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und behandelt Bodenreform und Kollektivierung der Landwirtschaft bis zur Gründung der DDR. Die Vorgeschichte der Grünen Revolution lässt sich ebenfalls auf diese Zeit zurückführen. Bereits während des Zweiten Weltkriegs wurden neue Pflanzensorten gezüchtet und Verfahren erprobt, die eine Intensivierung der Landwirtschaft ermöglichen sollten.
Aus dieser Zeit stammt auch Bertolt Brechts Langgedicht „Die Erziehung der Hirse“, der zweite Ausgangspunkt der Planetkult Reihe, den diesjährigen Brecht-Tagen. Das Gedicht erschien 1950 und spielt in Kasachstan. Es ist nicht zu Unrecht in Verruf geraten, da es fragwürdige Figuren der sowjetischen Geschichte verherrlicht, insbesondere den als Wissenschaftsfälscher kritisierten Trofim Lyssenko. Dieser wandte sich gegen Genetik und Vererbungslehre und propagierte stattdessen Methoden, mit denen sich Pflanzen gewissermaßen „umerziehen“ ließen. Der Beleg für seine Thesen war ein kasachischer Agronom namens Tschaganak Bersijew, der die besonderen Vorzüge der Hirse hervorgehoben und ihre großflächige Kultivierung empfohlen haben soll. Diese habe, so die Erzählung, einen Beitrag zum Sieg der Roten Armee über den Faschismus geleistet. Deshalb wird diese Figur auch von Brecht in seinem Gedicht gewürdigt.
Die Filmemacherin Vettka Kirillova, die selbst in Kasachstan aufgewachsen ist, hat sich mit diesem Stoff in einem Film beschäftigt. Diskutiert wurde darüber in der ersten Phase im Rahmen der Brechttage, und zuletzt auf der Folgekonferenz in der Floating University neben dem Tempelhofer Feld. Kurioserweise erlebt die Hirse gerade ein Comeback als global gefeiertes Superfood, weil sie besonders hitzeresistent ist.
HL: Heute bräuchte es eigentlich eine Abkehr von dieser Grünen Revolution und ihren Folgen, insbesondere von der Abhängigkeit von Saatgut, Maschinerie und chemischen Düngemitteln.
AK: Dafür stehen ja Bewegungen wie La Vía Campesina oder auch große Agrarbewegungen in Indien, die Natural Farming praktizieren. Sie betonen Ernährungssouveränität als demokratische Frage. Zugleich erfordert der Zustand des Planeten eine grundlegende Hinwendung zu einer regenerativen Landwirtschaft. In diesem Sinne braucht es tatsächlich eine neue „grüne Revolution“ – allerdings verstanden als tiefgreifende ökologische Transformation.“
Eine neue grüne Revolution wäre daher keine Intensivierung, sondern eine Verbindung von Regeneration, Demokratie und bäuerlicher Autonomie.
HL: Damit verschiebt sich der Blick von der Frage, wie wir die Natur nutzen, hin zu der grundlegenderen Frage, wie wir als Gesellschaft Verantwortung für die ökologischen Grundlagen unseres eigenen Lebens übernehmen.
AK: Es geht nicht nur um die Frage, wie wir uns ernähren, sondern auch darum, wie wir die Erde ernähren können, die uns ernährt, also wie der Boden beschaffen sein muss. „Feeding the soil that feeds the plants that feed us“ nennen das etwa indische Agrarwissenschaftler:innen, die sich selbst als Farmer-Scientists bezeichnen. Während der Bolschewist und Sci-Fi-Autor Alexander Bogdanov, der Erfinder des Proletkultes, von einem Bündnis zwischen Ingenieuren und Arbeiter*innen träumte, braucht es heute v.a. ein Bündnis zwischen Bäuer*innen und Wissenschaft, um sowohl die Ernährung sicherzustellen als auch die Erde zu retten. Das nennen wir „Planetkult“.
Vita Karschnia:
Alexander Karschnia ist Theatermacher und Autor, Kurator, Gelegenheitsdramaturg und, Mitbegründer von andcompany&Co., wo er als Ko-Regisseur und Performer mitwirkt. Er schreibt über und für Theater, u.a. über Bertolt Brecht, Heiner Müller, Christoph Schlingensief, René Pollesch und Hannah Arendt. Zu seinen Jugendsünden zählen die Erfindung der Frankfurter NachtTanzDemos und die Übernahme von Schlingensiefs Partei Chance 2000. Seine Arbeiten zwischen Wissenschaft, Kunst und Aktivismus beinhalten Lecture Performances und die Organisation von Konferenzen wie »Europa den Räten!« an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo er als Dramaturg tätig war. Zusammen mit Hans Christian von Herrmann hat er dieses Jahr die Brecht-Tage kuratiert: „Die Erde, die ‚große Nährerin‘. Brechts Grüne Revolution“. Darüber hinaus ist er im Kuratorium der Stiftung Kommunikationsaufbau tätig und hat den
»VOICE Albert O. Hirschman Preis für Einmischung, Widerspruch und Erneuerung demokratischer Kultur« mit ins Leben gerufen.
Zusammen mit Christoph Chwatal und Heimo Lattner ist er Co-Herausgeber der Nautilus- Flugschrift Teslokratie. Ideiologien des Tech Kapitalismus