Ausschreibung: Artist Residencies „AiR Leopoldplatz 2026“
Der Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirksamts Mitte vergibt Projektförderungen in Höhe von insgesamt 30.000 € als Teil der bezirklichen Maßnahme zur kulturellen Belebung des Leopoldplatzes. Die Maßnahme verfolgt einen partizipativen und ideenoffenen Ansatz, der darauf abzielt, einen Ort der Begegnung, des kulturellen Austauschs und des kooperativen Miteinanders zu schaffen.
Der Leopoldplatz
Der Leopoldplatz liegt im Berliner Ortsteil Wedding im Bezirk Mitte und bildet als zentraler Stadtplatz an der Müllerstraße einen wichtigen sozialen, kulturellen und verkehrlichen Knotenpunkt. Der „Leo“ zeichnet sich architektonisch durch die Alte Nazarethkirche und die Neue Nazarethkirche aus und vereint somit zwei wichtige Epochen der Berliner Sakralarchitektur auf engem Raum.
Die Entstehung des Platzes geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Rund um die von Karl Friedrich Schinkel entworfene Alte Nazarethkirche entwickelte sich der Platz schrittweise zu einem städtischen Zentrum des wachsenden Weddings. 1891 erhielt der Platz seinen heutigen Namen nach Leopold I. von Anhalt-Dessau. Seit den 2000er Jahren wurde der Leopoldplatz mehrfach umgestaltet, um auf veränderte Nutzungsanforderungen und soziale Herausforderungen zu reagieren.
Heute wird der Leopoldplatz vielfältig genutzt: als Aufenthalts- und Begegnungsort, Verkehrs- und Einkaufsstandort, Veranstaltungsfläche sowie als sozialer Treffpunkt für sehr unterschiedliche Nutzungsgruppen. Gleichzeitig ist der Platz von Nutzungskonflikten geprägt und Gegenstand kontinuierlicher Stadtteilarbeit.
Durch das im September 2023 beschlossene Maßnahmenpaket des Berliner Sicherheitsgipfels wurden daher seitdem vom Bezirksamt Mitte im Rahmen der kulturellen Belebung des Leopoldplatzes gezielt Kunst- und Kulturprojekte gefördert. Die Projekte sollen den Platz als Ort der Begegnung, des kulturellen Austauschs und des nachbarschaftlichen Miteinanders stärken. Durch ortsbezogene künstlerische Formate wurden Dialoge angeregt, unterschiedliche Perspektiven auf Stadt und Stadtgesellschaft sichtbar gemacht und so positive Impulse für den öffentlichen urbanen Raum gesetzt. Wichtige kulturelle Impulsgeber und Unterstützer dieser sozialintegrierenden Kulturprojekte waren in den letzten Jahren die Schillerbibliothek und Galerie Wedding, die am nahegelegenen Weddinger Rathaus-Areal ansässig sind.
Gegenstand der Förderung
Gefördert werden Projekte von Einzelpersonen oder Gruppen, die für die Entwicklung ihrer künstlerischen Projekte den Leopoldplatz als Ausgangspunkt nehmen und ihre Projekte dort umsetzen und präsentieren.
Gefördert werden Projekte, die
- sich durch ihre künstlerische Qualität auszeichnen,
- die explizit für den Raum Leopoldplatz entwickelt werden,
- die Ergebnisse des Projektes öffentlich am Leopoldplatz präsentieren, das Format ist dabei offen, von ortspezifische künstlerische Interventionen, Lesungen, Konzerte, Aufführungen als auch Workshops
- eine Dokumentation des künstlerischen Prozesses und der Ergebnisse anlegen, welche im Anschluss dem Bezirk zur Verwendung zur Verfügung gestellt wird,
- Für alle ausgewählten Projekte wird es eine gemeinsame Präsentationsveranstaltung geben, um die Dokumentation der Projekte vorzustellen und über die Ergebnisse und Erfahrungen mit der Nachbarschaft in den Austausch zu gehen. Dieser wird vom Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte organisiert. Die Teilnahme wird vorausgesetzt.
Die Projekte können aus allen Sparten der Kunst sowie aus interdisziplinären Kontexten kommen – von bildender Kunst über Performance, Theater, Musik, Urbane Praxis und erinnerungskulturellen Ansätzen.
Die Projekte sollen explizit für die Situation am Leopoldplatz entwickelt und am Leopoldplatz oder in unmittelbarer Nachbarschaft zugänglich umgesetzt werden. Entscheidend ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Leopoldplatz.
Im Rahmen der Antragstellung müssen konkrete Vorschläge zum Standort der Umsetzung und/oder für mögliche Partner*innen gemacht werden. Die Umsetzung der geförderten Projekte erfolgt eigenverantwortlich durch die Projektträger*innen; der Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte kann im Falle einer Förderung bei Bedarf bei der Kontaktvermittlung mit ortsansässigen Einrichtungen des Bezirks unterstützen.
Der Leopoldplatz vereint verschiedene sozialräumliche Herausforderungen, von Drogenkonsum über Wohnungslosigkeit und Müllproblemen bis hin zu Beschwerden der Anwohnenden und Sicherheitsfragen. Antragstellenden sollte klar sein, dass der Leopoldplatz von verschiedenen Nutzungskonflikten geprägt ist und für die Projektumsetzung dies mitgedacht werden muss.
Daher sollte der Antrag darlegen, welche Vorkehrungen getroffen werden, um einen sensiblen und diskriminierungskritischen Austausch mit vulnerablen Gruppen, wie drogennutzende oder wohnungslose Menschen zu ermöglichen.
Detaillierte Informationen zur Bewerbung und den Verfahrensgrundsätzen finden Sie im Downloadbereich. Bitte lesen Sie die vollständige Ausschreibung vor der Bewerbung.
Bewerbungen sind bis zum 15.07.2026 möglich.
Zur Bewerbung muss folgendes Online-Formular genutzt werden.
Im Anschluss muss das Formular ausgedruckt, unterschrieben und mit allen Anlagen fristgerecht per Post geschickt werden (Poststempel vom 16.07.2026 ausschlaggebend)