Institutions extended

Unter dem Motto „Institutions extended“ macht sich ab Oktober 2019 die Künstlerin Marina Naprushkina für zweieinhalb Jahre zur Aufgabe, bestehende Institutionen und Ausstellungsformate zu öffnen und den Austausch mit der Öffentlichkeit im Sinne eines Publikums zu fördern. Die künstlerische und kulturelle Vielfalt und Angebote im Bezirk Mitte sollen dabei sichtbarer gemacht und ein Bewusstsein hierfür bei den Stadtbewohner*innen gestärkt werden. Das Programm wird Veranstaltungen unterschiedlicher Formate wie Tanz, Lesung, Theater oder auch experimentelle Projekte umfassen. Ergänzt werden diese mit monatlichen Portraits im KMMagazin.

 

Gefördert von der Europäischen Union – aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und das Land Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, Programm Sozialer Zusammenhalt.

Logoleiste

 

 

 

Bild © Ala Savashevich

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2. – 4. September 2021
REVOLUTION PRAKTIZIEREN
Filmprogramm und Diskussionen mit dem Schwerpunkt Belarus Kuratiert von Agnieszka Kilian und Marina Naprushkina
In Kooperation mit SİNEMA TRANSTOPIA und RAZAM e.V.

Vor einem Jahr gingen die Menschen in Belarus auf die Straße, um gegen die gefälschten Wahlen zu protestieren. Diese Proteste wuchsen zu einer der größten Demokratie-Bewegungen in der neueren Geschichte Europas. Die Philosophin Olga Shparaga beschreibt diese Bewegung als eine postnationale Bewegung und spricht vom “weiblichen Gesicht dieser Revolution”. Welche Formen kann heute der Widerstand gegen autoritäre staatliche Strukturen annehmen und welche Prozesse sind notwendig um ihn über längere Zeit aufrechtzuerhalten? Wie kann man diese Formen des Widerstands erfassen und neu erfinden? Welche Rolle spielt die verbindende Care-Politik und wie entstehen solidarische Gemeinschaften?

Die Videoarbeiten der aus Belarus stammenden Künstler*innen beleuchten verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse im Laufe der Protestbewegung und die Situationen in welchen die Künstler*innen sich wiederfinden: Von kritischen Auseinandersetzung mit der staatlichen Propaganda in Belarus, Gegenüberstellung von “Sprache und Ästhetik” bis zu intimen Gesten und privaten Aufnahmen.

In der Diskussionsrunde wollen wir uns von der Philosophin Olga Shparaga und ihrem Buch „Die Revolution hat ein weibliches Gesicht“ inspirieren lassen und sprechen über neue Formen und Möglichkeiten solidarischer Gemeinschaften.

Donnerstag, 02.09.2021 20:00
Revolution praktizieren: Kurzfilmprogramm
Anschliessend Podiumsgespräch mit dem belarussischen Historiker und unabhängigen Forscher Alexey Bratochkin und Agnieszka Kilian
Ort: SİNEMA TRANSTOPIA (Haus der Statistik – Haus B, Otto-Braun-Str. 72, 10178 Berlin)

Die Videoarbeiten des Kurzfilmprogramms beleuchten verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse im Laufe der Protestbewegung und die Situationen in welchen die Künstler*innen sich wiederfinden: Von kritischer Auseinandersetzung mit staatlicher Propaganda in Belarus, der Gegenüberstellung von Sprache und Ästhetik bis zu intimen Gesten und privaten Aufnahmen.

The F-Word / Olia Sosnovskaya / a.z.h., Belarus 2021, 12 Min. Der Film ist Teil der Produktionsplattform “Armed and Dangerous”: www.ozbroeni.in.ua
Scratches / Lesia Pcholka / Uladzimir Hramovich, Belarus 2021, 7 Min.
Pose. Position. Ways / Ala Savashevich, Polen 2019, 5 Min.
Giving away a frame for free / Ala Savashevich, Polen 2020, 2 Min.
Palipaduazennije. Language Lessons / Aleksander Komarov, Niederlande 2012, 20 Min.

Freitag, 03.09.2021 19:00
Voices / Ala Savashevich, Polen, 2020, 38 Min.
Anschließend Podiumsgespräch mit den Kuratorinnen und Direktorinnen der Ў-Gallery (Minsk) Valentina Kiselyova und Anna Chistoserdova, moderiert von Anna Limantava
Ort: RAZAM e.V. (Haus der Statistik, Otto-Braun-Straße 71 Block C)

Im Sommer 2020 bat Ala Savashevich Kulturschaffende und Aktivistinnen aus Belarus, ihr einen Brief zu schreiben. Diese Briefe wurden von polnischen Künstlerinnen und Aktivistinnen öffentlich vorgelesen. Daraus entstand eine gleichermaßen private wie kollektive Geschichte des leisen und lauten Widerstandes in Belarus. Wie kann Solidarität hergestellt werden und was kann die Kunst bewirken? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für das Gespräch mit Anna Christoserova und Valentina Kiselyova.

Die Veranstaltung findet im Raum der belarussischen Gemeinschaft Razam („gemeinsam“) statt. Razam e.V. ist aus der länderübergreifenden Solidaritätsbewegung des Sommers 2020 hervorgegangen.

Samstag, 04.09.2021 20:00

Khan´s Flesh / Kristina Savutsina, Belarus/Deutschland 2021, 57 Min.

Anschließend Podiumsgespräch mit Kristina Savutsina und Georg Kussmann, moderiert von Agnieszka Kilian.
Ort: SİNEMA TRANSTOPIA (Haus der Statistik – Haus B, Otto-Braun-Str. 72, 10178 Berlin)

Der Film Khan’s Flesh zeigt die Choreographie des Alltags in einem kleinen Ort in Belarus. Der Dokumentarfilm-Kritiker Emmanuel Chicon schreibt: „die Kamera erfasst eine Abfolge von Gesten, winzigen Nicht-Ereignissen und Ritualen, denen sich die Einwohner*innen aller Generationen dieser belarussischen Ortschaft unterwerfen. Khan’s Flesh zeigt Existenzen, die in einer unendlichen Gegenwart stillzustehen scheinen.“ Khan’s Flesh feierte Premiere am Visions du Réel Festival in Nyon.

Das Projekt findet im Rahmen des Programms „institutions extended“ (2019-2022) statt. Das Programm „institutions extended“ wird finanziert über den „Netzwerkfonds – Zukunftsinitiative Stadtteil II (ZI II)”, Programm “Sozialer Zusammenhalt“.

Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. 

Bild © Norbert Pape

 Bild © Norbert Pape

„O“ / Künstlerische Intervention im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin.

Am Samstag, den 4.09.2021 findet von 11.00 bis 18.00 die Performance „O“ von IASA (The International Agency for Space Affairs) im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Scratching the Surface“ im Hof des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin statt.

Inspiriert von Steve Paxtons experimentellem Performancestück Satisfying Lover aus dem Jahr 1967, möchte IASA den Akt des Gehens einen Schritt weiterführen und wird einen Tanz mit der Schwerkraft präsentieren und dabei versuchen, die Rotation des Planeten zu verändern.

Die Choreographie übernehmen Norbert Pape, Yuri Shimaoka, Pêdra Costa, Göksu Kunak und Elena Polzer.

Teilnehmende Künstler*innen: Franziska Aigner, Ardot Aslan, Kelley Becker, Melanie Bonajo, Marly Borges, Helen Burghardt, Yara Colón, Emese Csornai, Leman Sevda Darıcıoğlu, Emeka Ene, Christian Filips, Chris Gylee, Gil Guimarães, Alexander Hahne, Michael Kaddu Kulles, Ariel Levy, Sheena McGrandles, Sunny Pfälzer, Lotte Ramínez Speiser, Simon Speiser, Vera Varlamova, Rude Vianna.

„O“ ist gefördert durch das NATIONALE PERFORMANCE NETWORK – STEPPING OUT, von den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm für Tanz.
„O“ ist ein Projekt im Rahmen des open calls take the space und findet im Programm institutions extended (2019 – 2022) statt, das von Marina Naprushkina konzipiert und umgesetzt wird.

Die Veranstaltung findet draußen im Hof des Museums statt und ist entgeltfrei. Wir arbeiten auf Grundlage der geltenden Fassung der SARS CoV 2 Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Weitere Informationen finden sie unter: www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung

„O“ Performance
Samstag, 4.09.2021, 11.00 bis 18.00 Uhr
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin
Invalidenstraße 50 · 10557 Berlin

 

Samstag, 28.08.2021, Performance um 15 Uhr

Künstlerische Intervention im Hamburge Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin. Laufende Ausstellung: „Scratching the Surface. Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie, der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof und Leihgaben

Die Veranstaltung findet draußen im Hof des Museums, vor dem Eingang um die Rotunde  statt.

„Sabotage“ ist ein Theaterkollektiv, welches auf Selbstorganisation basiert. Viele der Teilnehmenden kommen aus afghanischen und persischen migrantischen Communities Berlins. Das Kollektiv experimentiert mit den interaktiven Formen des Theaters (Theater der Unterdrückten, Augusto Boal) und nimmt Teil an Aktionen und Demonstrationen gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit.

„Die Geräusche der Dosen und Eimer“ ist ein Theaterstück über die Geräusche von Dosen und Eimern! Es handelt jedoch genau genommen nicht nur von ihren Geräuschen, sondern mehr von ihrer Produktion, der Art und Weise ihrer Produktion sowie der Stellung des Menschen innerhalb der Produktion und der Nutzung seiner Kraft und Zeit.

In diesem Theaterstück werden die Aspekte von gesellschaftlichen Systemen behandelt, die den Anschein von Normalität ausstrahlen und die die Menschen daran hindern sich zu fragen: Was ist nun zu tun?

Im Rahmen dieser Frage sollen die Zuschauer*innen dazu gebracht werden, selbst diese Frage in ihrem Bewusstsein zu beantworten, anstatt die Antwort vom Theaterensemble vorgelegt zu bekommen.

Die Veranstaltung findet draußen im Hof des Museums statt und ist entgeltfrei. Wir arbeiten auf Grundlage der geltenden Fassung der SARS CoV 2 Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Weitere Informationen finden sie unter: www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung

“Die Geräusche der Dosen und Eimer” ist ein Projekt im Rahmen des open calls “take the space” und findet im Programm “institutions extended“

RaumSolidarität / Großes Picknick mit Lesung
und Speed-Dating für Arbeitsräume in Kunst und Kultur

Am Sonntag, 22. August 2021 ab 13 Uhr findet eine neue Ausgabe von RaumSolidarität im Humboldthain, Brunnenstraße, 13355 Berlin-Mitte statt, zu der wieder alle interessierten Kunst- und Kulturschaffenden eingeladen sind.

Kunst- und Kulturschaffende haben dieses Mal bei einem großen Picknick die Möglichkeit sich gegenseitig kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen über Raumbedarfe und freie Räume. Denn die Lage hat sich nicht verändert: bezahlbare Arbeitsräume für Kunst- und Kulturschaffende in Berlin sind rar und, verstärkt durch die Pandemie, die Verdienste aus künstlerischer Tätigkeit gering, um steigende Mieten überhaupt bezahlen zu können. Raum Solidarität soll helfen, durch solidarisches Miteinander das Raumproblem der freien Szene anzugehen und vorhandene Ressourcen geschickt zu teilen. Der Nachmittag wird von Audrey Naline moderiert.

Es wird um Anmeldung bis 15. August 2021 gebeten unter: , ggf. mit Bildern von vorhandenen Arbeitsräumen und sehr gern auch einen Link zu Ihrer Arbeit.

Im Rahmen des SpeedDatings für Arbeitsräume „RaumSolidarität“ findet die Lesung von Sarah Berger und Lütfiye Güzel statt.

Sarah Berger, geboren 1985 in Timișoara, lebt in Berlin und ist Schriftstellerin, Fotografin und Performancekünstlerin. Berger bespielt bereits seit vielen Jahren verschiedene sozialmediale Formate mit autofiktionalen Texten, literarischen Montagen und fotografischen Arbeiten. Zuletzt veröffentlichte Berger im Jahr 2020 den Kurzprosaband »bitte öffnet den Vorhang« (SuKuLTuR), eine Sammlung an Social-Media-Collagen unter dem Titel »Lesen und Schreien« (Frohmann Verlag) und den Prosaband »Sex und Perspektive« (Herzstückverlag).

Lütfiye Güzel, 1972 in Duisburg geboren und zwischen Ruhrgebiet und Berlin unterwegs, ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte, Kurzprosa, Cut-ups und Poetry-Clips unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus. 2017 wurde Lütfiye Güzel mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Ihr aktuelles Doppel-Chapbook „Am Ende kommen alle zu Ismail“ ist im August 2021 erschienen.

 

 

 

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Am Dienstag, 27.7.21 und Donnerstag, 29.7.21, jeweils zwischen 14 und 18 Uhr lädt das Teatrium Automata im Außenbereich des SOS-Kinderdorf Berlin, Waldstr. 23/24, 10551 Berlin zu einem Spiel.

Teatrium Automata sieht aus und funktioniert wie ein Fotoautomat: maximal zwei Zuschauer*innen können dieses Theater betreten, die Aufführung dauert etwa drei Minuten. Dies ist ein Märchen, bei dem die Zuschauer*innen selbst den Ablauf der Ereignisse bestimmen. Das Stück bedarf keiner Übersetzung.

In Kooperation mit dem SOS-Kinderdorf Berlin.

Es spielen: Sveta Ben (Belarus Minsk), Schauspielerin, Puppentheaterregisseurin, Dichterin, Musikerin. Sie ist Gründerin und Solistin der Kabaret Band „Serebryanaya Svadba“ und Lina Khesina (Berlin), Illustratorin und Medienpädagogin, Mitbegründerin des Kreativstudio für große und kleine „Zuckerwattenkrawatten“.
Koordination: Marina Dashuk (Minsk/Warschau).

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©LudwigNikulski

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mit Aleksandra Petrushevska, Johanna Ryynänen und Armin Hokmi
Performative Intervention 26. Juni 2021, 18:00 bis 20:00 Uhr
Auf dem Nettelbeckplatz, Reinickendorfer Str. 110, 13347 Berlin

Public Dance / Permutable Stage widmet sich der Frage nach Formen des öffentlichen Engagements und der Neuformulierung der Bühnen in einer Zeit nach der Pandemie.
Es ist ein Versuch, Bühne, Tanz und das Publikum in Bewegung und im Kontext der Nachbarschaft zusammenzubringen. Die Tänzer*innen schaffen einen temporären Kunstort in der Öffentlichkeit unter Einbeziehung des Publikums. Die Nachbarschaft des Nettelbeckplatzes und die Tanzschule spielt dabei eine zentrale Rolle.
In der Weddinger Tanzschule hat die Gruppe der Tänzer*innen ihren Arbeitsort. Das Gebäude beansprucht für den Tanz eine institutionelle Legitimität. Aufgrund der Pandemie ist das Gebäude für die Nachbarschaft zunächst nicht niederschwellig zugänglich. Anhand einer unsichtbaren Bühne außerhalb des Gebäudes soll die Frage gestellt werden, ob so eine neue Möglichkeit der Interaktion in und für die Nachbarschaft entstehen kann. Kann durch Tanz ein Raum geschaffen werden, der zum Austausch anregt und eine Alternative zu den pragmatischen täglichen Begegnungen bietet?
Die Performance ist barrierefrei zugänglich.Die Intervention findet Open-Air statt.
Zum Schutz der Besucherinnen und Besucher bitten wir um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern während der intervention.

©LudwigNikulski

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Wie kann mehr Kunst im öffentlichen Raum entstehen?
Sonntag, 18.04.2021, 18 Uhr
Virtueller Spaziergang

Ein virtueller Spaziergang am 18.04.2021 macht den Aufschlag und verhandelt anhand von zwei Stationen von A, wie Antrag auf Sondernutzung, bis V, wie Vandalismus, die verschiedenen Potenziale, Barrieren und Streitereien bei Kunst im öffentlichen Raum. An der ersten Station wird Folke Köbberlings Intervention „Nachbarn auf Zeit“ im Rahmen des Pilotprojekts „Kunst im Stadtraum am Hansaplatz“ exemplarisch aufgearbeitet.

Die zweite Station führt uns zu dem von Keum Hwa Kim initiierten Projekt „Das Dritte Land“ der Künstler*innen Han Seok Hyun und Kim Seung Hwoe am Kulturforum.

Im Zentrum der Gespräche stehen dabei Fragen wie: Welche Flächen stehen zur Verfügung? Wer entscheidet das? Und was ist die rechtliche, politische und soziale Grundlage für diese Entscheidungen?

Der vorbereitenden Arbeitsgruppe gehören an: Josefine Günschel, Judith Laub, Marina Naprushkina, Christopher Weickenmeier, Susanne Weiß und Hauke Zießler.

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Mikala Hyldig Dal und Sharon Paz

Eröffnung                    Donnerstag, 25.03.2021 von 16 bis 21 Uhr (soft opening)

Ausstellung                 25.03.-17.04.2020

Öffnungszeiten           Mi und Sa 16 – 19 Uhr und nach Vereinbarung

Finissage                    Samstag, 17.04.2021 von 16 bis 21 Uhr

 

Podiumsgespräch       Sonntag, 11.04.2021 um 17:00 Uhr (Online)

Care+Technology+Artivism
mit Nora Al-Badri, Mikala Hyldig Dal, Marina Naprushkina und Sharon Paz

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Sie entwickeln neue, immersive Software, entfremden gewerbliche Apps für ihre Zwecke und stellen vorherrschende Repräsentationsweisen inner- und außerhalb der digitalen Welt in Frage: die Künstlerinnen Mikala Hyldig Dal und Sharon Paz reflektieren mitten im COVID-19-Lockdown Machtstrukturen, Träume und Isolation. Die Ausstellung umfasst zwei neue Installationen und ein kollaboratives Projekt mit 360°-Video und Augmented Reality (AR).

Mikala Hyldig Dal zeigt die Installation (…), in der sie eine AR-Umgebung mit skulpturalen Elementen und einer persönlichen Erzählung kombiniert. Die Künstlerin erinnert sich an die Träume während ihrer Schwangerschaft, Geburt und Säuglingspflege im Verlauf zweier COVID-19-Lockdowns. Die Geschichten spiegeln alternative Realitäten, in denen Probleme wie geschlechtsbedingte finanzielle Ungleichheit, kolonialer Landraub und der kommerzielle Raubbau an „natürlichen“ Ressourcen überwunden sind. In immersiven Umgebungen einer eigens für ihre Kunstwerke angefertigten AR-Plattform*, untersucht die Künstlerin geschichtliche Alternativen in Vergangenheit und Zukunft. *In Zusammenarbeit mit Augmented Archive AR (Kaya Behkalam & Farhan Khalid)

#distance, die neue Videoinstallation von Sharon Paz, erzählt von Einsamkeit und Isolation. Dabei ließ sie sich von Hannah Arendts Essay Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft inspirieren, in dem Arendt Einsamkeit als gemeinsame Ursache für die Anwendung von Isolation als Unterdrückungstechnik in Terror- und tyrannischen Regimen behandelt. Paz hat Stimmen aus der ganzen Welt gesammelt, die auf unsere aktuelle Situation reagieren, und die Antworten über Avatare in einen virtuellen Raum übertragen. Während der Ausstellung sind die Besucher:innen angehalten, ihre Standpunkte zu denen der Avatare hinzuzufügen und die Installation wachsen zu lassen.

SPACE-DOT-COM ist eine in Kollaboration der beiden Künstlerinnen entstandene Arbeit, die Eigentum und Raum im lokalen, globalen und interstellaren Zusammenhang ins Visier nimmt. Die Erzählung des interaktiven Films spekuliert über die Kolonisierung des Weltraums und zeigt anhand dieser die Monetarisierung von allem: vom Zugriff auf „natürliche“ Ressourcen über hegemoniale Politik und weibliche Körper bis zur Gentrifizierung in Berlin, die Mieter:innen in Randgebiete oder in die Wohnungslosigkeit verdrängt.

Care+Technology+Artivism
(Online) Diskussion: Sonntag, 11.4.2021 / 17:00 Uhr
Mit Nora Al-Badri, Mikala Hyldig Dal, Marina Naprushkina und Sharon Paz

Wie können neue Technologien am Schnittpunkt von Kunst und Aktivismus Anwendung finden? Welche neuen Beziehungen zwischen Achtsamkeit und Technologie sind zukünftig möglich? Künstler-Aktivist:innen sprechen über Avantgarde im technologischen Bereich als inklusive Strategie.

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Vervielfältigen bitte!

Vervielfältigen bitte!

Vervielfältigen bitte! ist ein Ort und ein offener Brief – eine Aktion, die danach fragt, wem die visuellen Räume der Stadt gehören. Und wie die öffentlichen Flächen als Orte gesellschaftlicher und kultureller Kommunikation zurückgewonnen werden können, die von kommerzieller Werbung versiegelt sind. Vervielfältigen bitte! stellt diese Fragen in den Stadtraum und hat dafür die Litfaßsäule am Hackeschen Markt besetzt. Wir laden dazu ein, sie zu besuchen – und auch, das Plakat und den Essay in gedruckter Form zu beziehen (meldet euch: ). Denn das Plakat versteht sich als Kopiervorlage und urbanes Gestaltungsmittel. Es soll verbreitet werden, visuellen Raum einnehmen und ihn vervielfältigen. Eine Aktion von Simon Wahlers (Gestaltung) und Katharina Mevissen (Essay).

Foto: Simon Wahlers

Foto: Simon Wahlers

  
Zeichnung: Monika Rinck

Zeichnung: Monika Rinck

die Berliner Frauenbewegung in Ost und West, ob es um Berlin zu Zeiten der Cholera und Hegels Todesumstände geht, um die Linie IV oder Kleingartenkolonie Parzelle Paradies – Annett Gröschner ist eine unermüdliche Chronistin der Stadt, ihrer Geschichte, ihrer Veränderung und natürlich ihrer Bewohner:innen. Der Theatermacher Lukas Matthaei und sein Team haben sich in diesem Jahr mit dem Barock und dem sumpfigen Berliner Untergrund befasst, im Rahmen einer interdisziplinären Performance „Die Sumpfgeborene“, die ihr Publikum zu szenischen Entdeckungsreisen an die Ränder der Stadt eingeladen hat. Wie hat sich die Stadt verändert? Wie wird sie sich verändern?

Wir freuen uns sehr, dass dieses eigensinnige und erfindungsreiche Stadtquartett sich am 6. Februar via Zoom unter der Moderation von Monika Rinck zu einem Gespräch zusammenfinden wird.

Eingeladen von Nadira Husain und Marina Naprushkina Ausstellung und Online-Eröffnung am 21. November, 19 bis 20:30 Uhr

Varlamova und Nadira Husain Друзья детства Вырастают А я Нет Childhood friends
grow up
but not me

Die Idee des Projektes ist, keine fertige künstlerische Produktion zu präsentieren, sondern dem Publikum einen Einblick in die künstlerische Produktion zu geben. Wir laden unsere Gäste zum Austausch ein, da eine offene Vorgehensweise mehr Input für die Künstlerin und auch die Gäste bringen kann. Vera Varlamova, Künstlerin, arbeitet mit Video, Fotos und Texten. 2019 hat Varlamova das Programm der *FoundationClass an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee absolviert und studiert Kunst an der Städelschule Frankfurt am Main in der Klasse Judith Hopf.

Nadira Husain: Künstlerin, arbeitet in Berlin, Paris und Hyderabad/Indien. In ihrer Arbeit hinterfragt sie kulturell bedingte oder geschlechtsspezifische Rollenbilder, setzt sich mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Tradition und Emanzipation, sowie mit (Darstellungs-) Konventionen und den damit verbundenen Zuschreibungen und Bedingung auseinander.

Nadira Husain ist Dozentin in der *FoundationClass an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.Die Ausstellung findet statt im Atelierraum von Marina Naprushkina. Der Raum in der Wilsnacker Straße 62 in Berlin wird installativ bespielt. Die Veranstaltung findet online statt.

Konzept und Umsetzung: Rike Horb (Künstlerin), Alexander Lehnert (Kulturvermittler und Stadtbilderklärer), Marina Naprushkina (Künstlerin)

Atelier_Solidarität

Atelier_Solidarität

ONLINE-Speed-Dating für das Zusammen-Nutzen von Arbeitsräumen in Literatur und Kunst am 28. November 2020 Liebe Literatur- und Kunstschaffende, wir laden euch herzlich ein, an einem Online-Speed-Dating teilzunehmen.

Unser Ziel ist die vorhandenen Arbeitsräume zu teilen und durch solidarisches Miteinander das Raumproblem der freien Szene anzugehen. Für jede*n kreativ Arbeitenden kommt irgendwann der Punkt, an dem eine vielversprechendes Projekt an fehlenden Ressourcen zu scheitern droht: Es gibt zu wenig bezahlbare Arbeitsräume für Kunst- und Kulturschaffende in Berlin und auch der Verdienst aus künstlerischer Tätigkeit reicht selten für den Lebensunterhalt. In Zeiten der Pandemie hat sich die Lage dramatisch zugespitzt.

Vielleicht ist ein Teil der Lösung die geschicktere Verteilung der Ressourcen: Bist du eine Autorin, die einen Raum sucht, in dem du in den Abendstunden schreiben kannst, oder ein Künstler, der bei Tageslicht arbeitet und die Ateliermiete nur mit Mühe stemmen kann und sich über eine Mitmieterin freuen würde?

Für einen Pilotversuch suchen wir nun interessierte Kunstund Literaturschaffende, die sich an dem Abend einbringen möchten: Entweder Lage dramatisch zugespitzt. Vielleicht ist ein Teil der Lösung die geschicktere Verteilung der Ressourcen: Bist du eine Autorin, die einen Raum sucht, in dem du in den Abendstunden schreiben kannst, oder ein Künstler, der bei Tageslicht arbeitet und die Ateliermiete nur mit Mühe stemmen kann und sich über eine Mitmieterin freuen würde?

Für einen Pilotversuch suchen wir nun interessierte Kunstund Literaturschaffende, die sich an dem Abend einbringen möchten: Entweder mit einem Raum, den sie bereits haben und teilen möchten, oder ihrem Raumbedarf.

np_place_lik_home

Eine Klangperformance über imaginäre Heimaten, irreführende Erinnerungen, unmögliche Rückreisen, Schiffbrüche auf hoher See, sowie das Gefühl, überall fremd zu sein. „No place like home“ ist ein Projekt aus dem Open Call „take the space“, Programm „institutions extended“.

no place like home Sonntag, 20. September / Panke, Gerichtsstraße 23, 13347 Berlin 15:00 / 17:00 / 19:00 Uhr Edoardo Micheli | Komposition, Klangregie Miriam Wahdat | Performance, Stimme Fatih Ermete | Oud Für zwei Performer*innen, Oud, Stimme, Gegenstände und Live Electronic.

Set

Set

Mit der Performancereihe „set“ nutzen vier künstlerische Positionen den Park auf dem Nordbahnhof in Berlin-Mitte als Versuchsfeld, um über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sowie neue Auftrittsm glichkeiten für die Kulturszene unter den aktuellen Corona-Beschränkungennachzudenken. Im Zuge des neuartigen Lebens in einer Pandemie und von sich in weltweiten Protesten entladenden sozialen und politischen Spannungen stellt sich die Frage, wie wir unsere eigene Position in einer derartig komplexen Gegenwart besser verstehen und diese aktiv mitgestalten können. Der Titel bezieht sich auf zwei Bedeutungen des englischen Worts set: „gesetzt/festgelegt“ und „Set/ Bühnenbild“. Inwiefern sind unsere gesellschaftlichen Positionen und die damit einhergehende Handlungsfähigkeit „gesetzt“? Welch neue R ume entstehen für die Kunst, wenn die Stadt selbst – Parks,  öffentliche und private Räume – zum „Bühnenbild“ wird?

Die Künstler*innen laden die Besucher*innen dazu ein, an ihren Performances teilzunehmen und diese auch aktiv mitzugestalten. Immer wieder tritt so das Verh ltnis von aktivem Handeln und passivem Geschehen-Lassen in den Vordergrund. Die Performances thematisieren auf sehr unterschiedliche Weise, wie unser Denken und Verhalten durch unere Faktoren beeinflusst ist und welche individuellen und kollektiven Umgangs- und Widerstandsformen sich daraus ergeben. Mit der Installation „Positions“ sowie Live- und Online-Performances aktvieren Cicada Concepts die historischen Stationen des Parks und fordern die Teilnehmer*innen dazu auf, ihre eigene Positionierung im sozialen und politischen Kontext zu reflektieren. Pers nliche Antworten auf die aufgeworfenen Fragen können per Voice Message an die beiden Künstlerinnen geschickt werden. Am Ende der dreiwöchigen Installation werden die auf einem Chip gespeicherten Antworten als Zeitkapsel im Park vergraben werden.

Borghildur Indri ad ttir beschwärt Wesen der Zwischenwelt, um in einer Welt der sozialen Distanzierung zwischenmenschliche Verbindungen neu zu initiieren. In einer Berliner Edition der „Black Power Naps“ schaffen Fannie Sosa und Navild Acosta einen tempor ren Raum für die BIPoC Community, um Erholung, Entspannung, Entschleunigung –letztlich Widerstand – in der Gruppe zu praktizieren.

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Der alternative Text für dieses Bild ist der gleiche wie der Titel. In den meisten Fällen bedeutet das, dass das alt-Attribut automatisch aus dem Dateinamen erstellt wurde. ©mn

interspecies evening

Die Berliner Künstlerinnen Nschotschi Haslinger, Kinga Kielczyńska, Zoë Claire Miller verbindet ein  gemeinsames Interesse an artenübergreifenden Beziehungen. Im Laufe eines Abends entfalten und verschränken sich die drei künstlerischen Positionen und ergründen angesichts des Kollapses unzähliger Ökosysteme mögliche Alternativen zu anthropozentrischen Denkweisen.

Der Eintritt ist frei, bringt Eure Pflanzen und Tiere mit! An Interspecies Evening ist ein Projekt aus dem Open Call „take the space“, Programm „institutions extended“.

Donnerstag, 10. Oktober, von 18 bis 22 Uhr / Ruine der Franziskaner Klosterkirche Nschotschi Haslinger & Shì Kollectiv, Kinga Kiełczyńska, Zoë Claire Miller
Nude drawing booth: continual

the Dots

the Dots

Installationsansicht, Heat Island _ Chapter two_ The Dots, 2020. Foto: Jeferson de Andrade

Jeferson de Andrade ist ein nichtbinärer Künstler und Aktivist aus Brasilien, der seit 2017 in Berlin lebt und arbeitet. Seine künstlerische Forschung bezieht sich auf soziale und politische Methoden, die andere Menschen in transdisziplin re Programme (Vorträge, Installationen, Seminare) einbringen. Heat Island ist ein Projekt aus dem Open Call „take the space“, Programm „institutions extended“.

Das Programm „institutions extended“ wird finanziert über den Netzwerkfonds – Zukunftsinitiative Stadtteil II (ZI II),
Programm „Sozialer Zusammenhalt“. Videoinstallation / Klangstudie und Texte über Migration, Grenzen und Andersartigkeit.

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the economy of borders Bild Marina Naprushkina

the economy of borders Bild Marina Naprushkina

„we lost our soft soul, by crossing the borders“ Ausstellung an der Fassade des Rathauses Tiergarten

Die Austellung wird mit einer Kundgebung und Asamblea eröffnet 9. Juni 2020, 17 Uhr, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin

Teilnemende Aktivistinnen und Künstlerinnen: Raha Amiri (Moria), Evgenia Belorusets (Kyiv/Berlin), Uma Gаdzieva (Berlin), Nazgol Golmuradi (Athen), Vanessa Gravenor (Berlin),
The House of Women for Empowerment & Emancipation (Athens), Nadira Husain (Berlin/Paris), Clara Stella Hüneke
(Berlin), Sarah Kwasnicki (Berlin), Victoria Lomasko (Moskau), Eleonore de Montesquiou (Berlin/Tallinn), Zo  Claire Miller (Berlin), Lada Nakonechna (Kyiv), Marina Naprushkina (Berlin), Click Ngwere (Athen), Batoul Sedawi (Berlin), Florine Schüschke (Berlin), Nicola Schüschke (Berlin), Olia Sosnovskaya (Minsk/Wien), Gabriele St tzer (Erfurt), Greta Cazzola (Berlin), Antigoni Tsagkaropoulou (Athen), Joulia Strauss (Athen/Berlin), Antigone Theodorou (Athen), Vera Varlamova (Berlin), Eirini Vlavianou (Athen/Rotterdam), WISH
Women In Solidarity House (Lesbos), Liwaa Yazji (Berlin).

Organization: Marina Naprushkina und Joulia Strauss

Eröffnung: 9. Juni 2020, 17 Uhr
Kundgebung und Asamblea ab 17 Uhr Mit Redebeiträgen von Kathleen Kunath (Begegnung in Falkensee) und Johanna Scherf (Aktivistin und Psychologin)

Ausstellungsdauer: 9. Juni 2020 – 10. Juli 2020 Die Ausstellung wird durch einen Online-Marathon begleitet: Über vier Wochen jeden Tag werden die Teilnehmenden Beiträge erstellen und über ihre Arbeit, die politische Lage und ihre Forderungen sprechen.

 

 

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Zeit für Kunst

Zeit für Kunst

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